Zähler ohne Intervalldaten

Liefert ein Zähler keine Viertelstundenwerte, bekommen Sie trotzdem für jeden Tag einen Verbrauchswert. Dieser Artikel erklärt, woher diese Tageswerte stammen, woran Sie sie erkennen und wofür sie taugen.

Wann das vorkommt

Manche Zähler melden keine Intervalldaten. Der Netzbetreiber schickt dann eine Verbrauchssumme für einen ganzen Zeitraum, zum Beispiel mehrere Wochen, statt eines Werts pro Viertelstunde. In der Marktkommunikation heißt ein solcher Zähler NONSMART. Ein Smart Meter wird auf diesen Zustand gestellt, wenn seine Kommunikation länger als 45 Kalendertage gestört bleibt.

Eine solche Lieferung heißt Ablesung mit Messzeitraum. Würden wir die Summe als einen einzigen Messwert speichern, wären alle Diagramme und Kalender verzerrt, deshalb behandeln wir sie anders.

Was wir damit machen

  1. Wir speichern die gelieferte Summe unverändert als Ablesung mit Zeitraumbeginn, Zeitraumende und Wert.
  2. Wir verteilen die Summe auf die Tage des Zeitraums. Die Gewichte kommen aus dem Standardlastprofil (SLP), das dem Zähler zugeordnet ist, und hat der Zähler keines, nehmen wir das Profil H0. Die Tageswerte ergeben zusammen genau die gelieferte Summe.
  3. Wir speichern das Ergebnis als einen Wert pro Tag und kennzeichnen es als L3.

Hochgerechnet wird nur Strom. Gas-Ablesungen werden gespeichert, aber nicht hochgerechnet.

Wo Sie es sehen

  • Im Datenkalender erscheint ein Tag, der nur aus solchen Werten besteht, in Violett als Hochgerechnet. Sein Detailbereich sagt, dass der Wert aus einer Zeitraumablesung und dem hinterlegten Lastprofil errechnet wurde und dass kein Messwert mehr folgt.
  • Auf der Detailseite des Zählers listet die Tabelle Ablesungen mit Messzeitraum jede gelieferte Ablesung mit Zeitraumbeginn, Zeitraumende, Quellwert in kWh, Projektionsstatus und dem verwendeten Lastprofil. Die Tabelle erscheint nur bei Zählern, die solche Ablesungen haben.
  • Überall sonst sind hochgerechnete Tage gewöhnliche L3-Tageswerte. Sie tauchen in Diagrammen, Berichten, Exporten, der API sowie in Webhook-, MQTT- und SFTP-Lieferungen auf.

Der Projektionsstatus ist einer von diesen:

  • Projiziert: Die Tageswerte sind vorhanden.
  • Lastprofilwerte ausständig: Die Lastprofilwerte für den gesamten Zeitraum liegen noch nicht vor. Die Ablesung wartet und wird projiziert, sobald sie da sind.
  • Wegen Überschneidung isoliert: Die Ablesung überschneidet sich mit bereits gespeicherten Daten und wird zurückgehalten, damit dieselbe Energie nicht doppelt zählt.
  • Nicht projiziert: Die Ablesung bleibt erhalten, ergibt aber keine Tageswerte.

L3 hier und L3 anderswo

Bei einem gewöhnlichen Smart Meter kennzeichnet L3 einen unzuverlässigen Schätzwert, meist nach einer kurzen Unterbrechung der Kommunikation, und der Netzbetreiber muss ihn innerhalb von 60 Tagen durch einen zuverlässigen Wert ersetzen. Im Artikel zu historischen Daten steht deshalb, dass L3 nicht dasselbe ist wie ein Standardlastprofil.

Für einen Zähler ohne Intervalldaten gilt dabei eine Ausnahme: Die L3-Tageswerte sind aus dem Standardlastprofil abgeleitet. Der Zähler hat für diese Tage nie Messwerte geliefert, also kann später nichts an ihre Stelle treten, und die automatische Nachforderung fordert sie nicht erneut an. Betrachten Sie die Zahlen als begründete Schätzung des Tagesverbrauchs.

Wofür die Werte taugen

Die Tageswerte stimmen mit der gelieferten Zeitraumsumme überein und eignen sich daher für Summen pro Monat oder Jahr. Über die Tageszeit sagen sie nichts aus. Seiten, die mindestens Stundenwerte brauchen, etwa das Tagesprofil und die Heatmap, können sie nicht verwenden.

Lastprofil wählen

Das Lastprofil legen Sie im Bearbeiten-Formular des Zählers unter Erweitert → Lastprofil fest. Wir füllen einen sinnvollen Standard anhand von Energierichtung und Gebäudetyp vor. Ändern Sie ihn nur, wenn Sie wissen, dass Ihr Zähler einem anderen Standardlastprofil folgt.

Nach einer Änderung des Profils erscheint das Kontrollkästchen Historische Schätzwerte neu berechnen. Setzen Sie es, werden bestehende Tagesschätzungen mit dem neuen Profil neu erstellt. Werte, die der Netzbetreiber als Messwerte geliefert hat, bleiben unberührt. Ohne das Kontrollkästchen behalten bestehende Schätzungen das Profil, mit dem sie erstellt wurden.