Smart-Meter-Daten per API in Österreich
Sie wollen die Verbrauchsdaten eines Smart Meters per Code in Ihre eigene Software holen und täglich aktualisieren, statt sie von Hand zu exportieren. Die naheliegende Suche lautet dann „Wiener Netze Smart Meter API" oder „EVN Smart Meter API". Gemeint ist meist eine öffentlich dokumentierte REST-API, die nach der Authentifizierung Verbrauchswerte als JSON liefert. Genau dieser Zugang ist in Österreich anders organisiert.
Das ElWG verpflichtet Netzbetreiber, Messdaten über eine Programmierschnittstelle und ein Webportal bereitzustellen. Für berechtigte Dritte läuft der standardisierte Marktprozess über EDA und eine Freigabe pro Zählpunkt.[1] Dieser Artikel zeigt, wie dieser Zugang funktioniert, was eine Smart-Meter-Schnittstelle in Österreich abdecken muss und wie Sie die Daten über eine einzige REST-API abrufen.
Gibt es eine Smart-Meter-API von Wiener Netze oder EVN?
Eine öffentlich dokumentierte REST-API im üblichen Entwicklerformat ist nicht der standardisierte Zugangsweg. § 58 ElWG spricht zwar von einer Programmierschnittstelle der Netzbetreiber, schreibt damit aber keinen öffentlichen REST-Endpunkt mit Bearer-Token und JSON-Antworten vor.[1]
Bei der Suche nach einer „EVN Smart Meter API" ist außerdem die Marktrolle wichtig: Für Smart-Meter-Daten im EVN-Netzgebiet ist Netz Niederösterreich der Netzbetreiber. EVN Energievertrieb ist der Stromlieferant.
Der Grund liegt in der Struktur des österreichischen Strommarkts. Die Netzbetreiber speichern die Messwerte und stellen sie über eine regulierte gemeinsame Infrastruktur bereit, das EDA-Netzwerk. EDA steht für Energiewirtschaftlicher Datenaustausch und funktioniert als dezentrales Nachrichtensystem. Marktteilnehmer tauschen verschlüsselte XML-Nachrichten nach einem branchenspezifischen Standard aus. EDA selbst ist weder eine zentrale Datenbank noch ein einzelner REST-Endpunkt.
Für Energiedienstleister nennt EDA drei Anbindungsarten:[2]
- Das EDA Portal mit einer integrierten Prozessumgebung für das Senden und Verarbeiten von Nachrichten.
- Eine E-Mail-Anbindung, für die eine eigene Softwareanwendung erforderlich ist.
- Ein eigener Kommunikationsendpunkt, für den Sie eine eigene IT-Landschaft und Softwareanwendung betreiben.
Die Integrationsaufgabe liegt damit in der Marktkommunikation: EDA-Nachrichten verarbeiten, Freigaben verwalten und Messwerte vereinheitlichen. Den vollständigen Weg vom Zähler bis ins eigene System zeichnen wir Station für Station im Weg der Daten nach.
Was eine Smart-Meter-Schnittstelle in Österreich leisten muss
Bevor Sie einen dieser Wege wählen, lohnt der Blick auf die Anforderungen an so eine Schnittstelle. Drei davon entscheiden, ob Sie mit den Daten arbeiten können:
- Ein Zugang für alle Netzbetreiber. Eine gute Schnittstelle bündelt sämtliche Verteilernetzbetreiber zu einem Zugang, damit Sie nicht pro Netzbetreiber eine eigene Anbindung pflegen.
- Aufbereitete statt roher Daten. Ein einheitliches Format über alle Netzbetreiber, mit dokumentierten Feldern, das Sie direkt weiterverarbeiten können.
- Nachvollziehbare Qualität. Messwerte tragen Qualitätsstufen, und manche werden später korrigiert. Ist das nicht sichtbar, rechnen Sie mit Zahlen, deren Verlässlichkeit Sie nicht einschätzen können.
Dazu kommen die Freigabe durch den Zählerinhaber, aktuelle Werte im T-1-Rhythmus und eine Auslieferung, die zu Ihrer Architektur passt. Alle drei folgen weiter unten im Detail.
Vor den Daten steht die Freigabe
Bevor ein berechtigter Dritter Messdaten erhält, muss der Zählerinhaber die Weitergabe erlauben. § 60 ElWG regelt diese Erlaubnis und den jederzeit möglichen Widerruf.[1]
Im Online-Prozess stellt ein berechtigter Dienstleister über das EDA-Netzwerk eine Datenanfrage für einen bestimmten Zählpunkt. Der zuständige Netzbetreiber prüft sie. Anschließend bestätigt der Zählerinhaber die Freigabe im Webportal seines Netzbetreibers. Dieser Schritt lässt sich nicht automatisieren, denn er erfordert eine bewusste Entscheidung des Zählerinhabers. Erst danach beginnt die Datenlieferung. Daneben existiert ein Offline-Prozess, bei dem die Zustimmung außerhalb des Portals eingeholt und dem Netzbetreiber nachgewiesen wird.
Die Freigabe gilt für den in der Anfrage definierten Zeitraum und ist jederzeit widerrufbar. Historische Messwerte können für maximal drei Jahre in die Vergangenheit angefordert werden.[3] Für die API bedeutet das: Den Anstoß des Freigabeprozesses übernimmt Ihre Software, die Bestätigung selbst kommt im Online-Prozess vom Kunden über den Netzbetreiber. Planen Sie diesen Zwischenschritt fest in Ihren Onboarding-Flow ein.
Eine REST-API für alle Netzbetreiber
Genau diese Anforderungen deckt energiedaten.at ab. Statt selbst eine EDA-Anbindung aufzubauen und die Datenformate der einzelnen Netzbetreiber zu vereinheitlichen, sprechen Sie eine einzige REST-API an. Die EDA-Kommunikation, die Aufbereitung der Rohdaten und die Qualitätsprüfung übernimmt die Plattform. Bei Ihnen kommen fertige Verbrauchsdaten an, die Ihre Software direkt weiterverarbeitet.
Drei zentrale Aufrufe zeigen den grundlegenden Ablauf:
POST /api/v1/smart-meters → Zählpunkt registrieren
POST /api/v1/smart-meters/{id}/consent → Freigabeprozess anstoßen
GET /api/v1/smart-meters/{id}/data → Verbrauchsdaten abrufen
Für Statusabfragen und den Widerruf gibt es weitere Endpunkte. Das XML-Parsing, der Betrieb von Spezialsoftware und eigene Nachrichten-Handler entfallen in Ihrer Anwendung. Freigabe und Datenlieferung bleiben asynchrone Vorgänge.
So greifen Sie per API auf die Daten zu
Die Authentifizierung läuft über einen Bearer-Token mit definierten Scopes wie data:read oder consents:request, sodass Sie den Zugriff pro Integration eng begrenzen. Ein Abruf der Verbrauchsdaten eines Zählpunkts sieht dann so aus:
curl https://energiedaten.at/api/v1/smart-meters/{id}/data \
-H "Authorization: Bearer $API_KEY"
Die API liefert die vom Netzbetreiber übermittelten Werte in der feinsten verfügbaren Auflösung. Bei aktiver Viertelstundenauslesung sind das 96 Werte pro Tag. Die laufende Lieferung folgt dem T-1-Prinzip: Die Werte des Vortages werden am Folgetag bereitgestellt. Spätere Korrekturen werden beim nächsten Abgleich über den Sync-Cursor erfasst. Dazu kommen Standard-Rate-Limit-Header. Die vollständige Referenz mit allen Endpunkten, Scopes und Antwortfeldern liegt in der API-Dokumentation; einen geführten Einstieg dorthin finden Sie auf der Entwicklerseite.
Daten abholen oder zustellen lassen
Die REST-API ist der Pull-Weg: Sie fragen Daten ab, wenn Sie sie brauchen. Für viele Integrationen ist der Push-Weg praktischer, bei dem die Daten von sich aus bei Ihnen ankommen, sobald sie eintreffen. Dafür gibt es weitere Kanäle:
- Webhooks benachrichtigen Ihr System, sobald neue Werte vorliegen.
- MQTT eignet sich für IoT- und Streaming-Anwendungen.
- CSV per E-Mail liefert Dateien an ein Postfach, aus dem Ihre Systeme sie abholen.
- SFTP stellt Dateien für die ERP-Integration bereit.
Die REST-API ist in jedem Plan enthalten. Welche Push-Kanäle dazukommen, hängt vom gewählten Plan ab; die Details finden Sie auf der Preisseite.
Lieber fertige Exporte als eigenen Code? Unser Reporting-Weg liefert Verbrauchsdaten direkt in Ihre Tabellenkalkulation oder Ihr Reporting-Tool.
Was Sie damit nicht selbst bauen müssen
Eine eigene EDA-Anbindung ist machbar, aber sie ist ein Projekt für sich. Registrierung als Marktteilnehmer, ein eigener Kommunikationsendpunkt mit kostenpflichtiger Spezialsoftware, Consent-Verwaltung pro Zählpunkt, das Parsen und Transformieren der XML-Nachrichten, die Qualitätsüberwachung der Messwerte, eine effiziente Zeitreihenspeicherung und mehrere Auslieferungskanäle mit eigener Fehlerbehandlung. Dazu kommen die halbjährlichen Protokoll-Updates des EDA-Netzwerks, die Sie nachziehen müssen.
Nach der Inbetriebnahme bleibt die laufende Wartung. Für Unternehmen, deren Kernprodukt nicht die EDA-Infrastruktur ist, übersteigt dieser Aufwand schnell den Nutzen. Wie energiedaten.at diese Aufgabe für Softwareprodukte und für Energiedienstleister übernimmt, lesen Sie auf den Seiten für Entwickler und Energiedienstleister.
Häufige Fragen
Gibt es eine offizielle Smart-Meter-API von Wiener Netze oder EVN?
Das ElWG verpflichtet Netzbetreiber zu einer Programmierschnittstelle und einem Webportal. Für berechtigte Dritte ist der standardisierte Marktprozess über EDA organisiert. Eine einheitliche REST-API im üblichen Entwicklerformat über alle Netzbetreiber hinweg bekommen Sie über einen Dienst wie energiedaten.at.
Kann ich meine eigenen Smart-Meter-Daten per API auslesen?
Als Endkunde haben Sie über die Programmierschnittstelle und das Webportal Ihres Netzbetreibers Zugang zu Ihren Messdaten. Für eine einheitliche Integration über mehrere Netzbetreiber können Sie einen Dienstleister nutzen, der die Daten nach Ihrer Freigabe per REST-API ausliefert. Einen eigenen EDA-Zugang bauen registrierte Marktteilnehmer auf.
Brauche ich für jeden Zähler eine eigene Freigabe?
Ja. Die Zustimmung gilt pro Zählpunkt. Im Online-Prozess bestätigt sie der jeweilige Zählerinhaber im Portal seines Netzbetreibers. Die API stößt den Freigabeprozess an, die Bestätigung selbst bleibt beim Kunden.
Wie aktuell sind die Daten über die API?
Die laufende Datenlieferung folgt dem T-1-Prinzip. Die Werte des Vortages werden am Folgetag in der feinsten am Zählpunkt verfügbaren Auflösung bereitgestellt.
Was bedeuten die Qualitätsstufen in den Messwerten?
Jeder Wert trägt eine Qualitätsstufe: L1 (gemessen) und L2 (zuverlässiger Ersatzwert) gelten als belastbar, L3 ist vorläufig. Ersetzt ein Netzbetreiber einen L3-Wert durch bessere Daten, erscheint die Korrektur beim nächsten Abgleich über den Sync-Cursor.
Von der Suche zur Integration
Wer nach einer „Smart Meter API" sucht, sucht einen zuverlässigen, programmatischen Zugang zu Verbrauchsdaten. Der österreichische Marktprozess dafür läuft über EDA. energiedaten.at übersetzt diesen Prozess in eine einzige REST-API. Den größeren Kontext liefert unser Leitfaden zu Smart-Meter-Daten in Österreich, und wann manuelle Datenerfassung an ihre Grenzen stößt, zeigt der Artikel zur Automatisierung.
Wenn Sie Verbrauchsdaten in Ihr Produkt holen wollen, sehen Sie sich die Pläne an oder starten Sie auf der Seite für Entwickler.
[1] Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), BGBl. I Nr. 91/2025, § 58: Bereitstellung von Messdaten über eine Programmierschnittstelle und ein Webportal; § 60: Erlaubnis und Widerruf der Messdatenweitergabe an berechtigte Dritte.
[2] EDA Energiewirtschaftlicher Datenaustausch GmbH, „Energiedienstleister": EDA Portal, E-Mail-Anbindung und Kommunikationsendpunkt als Anbindungsarten.
[3] ebUtilities, Prozess „Anfordern von Energiedaten": historische Anfragen sind auf maximal drei Jahre in die Vergangenheit begrenzt.
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