Oesterreichs Energie Kongress 2026: die Staatssekretärin am Stand und eine Keynote über Vorausschau
Unser Rückblick auf zwei Tage Oesterreichs Energie Kongress: Staatssekretärin Elisabeth Zehetner am Stand und warum uns die Keynote vom NATO Defense College seither beschäftigt.
Am 16. und 17. September sind wir mit einem Stand in der Start-up-Reihe am Oesterreichs Energie Kongress in der Wiener Hofburg gewesen.
Ein Panel hat Bilanz über 25 Jahre Wettbewerb und Marktöffnung gezogen. Die Liberalisierung hat die freie Wahl des Lieferanten gebracht. Vieles, was heute selbstverständlich dazugehört, ist erst viel später gekommen: Energiegemeinschaften etwa erst mit dem EAG-Paket 2021.[1] Ob sich eine dieser Möglichkeiten für einen konkreten Betrieb rechnet, lässt sich nach wie vor kaum prüfen, weil die Zahlen dafür schwer zu bekommen sind.
Besuch am Stand
Am ersten Tag haben Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Oesterreichs-Energie-Präsident Michael Baminger und Generalsekretärin Barbara Schmidt bei uns Halt gemacht.

Aus Bamingers Rede haben wir uns einen Satz notiert: "Kundinnen und Kunden müssen Partner dieser Transformation sein, nicht Transformationsobjekte."
Die Keynote, die hängen geblieben ist
Nach zwei Tagen Programm ist der Vortrag gekommen, über den wir seither am meisten reden. Florence Gaub, Forschungsdirektorin am NATO Defense College, hat über strategische Vorausschau gesprochen. Sie hat drei Gründe genannt, warum sich geopolitische Entwicklungen so schwer einschätzen lassen: die Qualität der verfügbaren Daten, ihre Menge, und die Schwierigkeit, darin stabile Muster zu erkennen.
Gaub hat beschrieben, wie Vorausschau arbeitet: erst schwache Signale sammeln, daraus Szenarien bauen, und aus den Szenarien Handlungsoptionen ableiten. Auf den letzten Schritt kommt es ihr am meisten an, denn Vorausschau ist für sie ein Instrument, um heute besser zu entscheiden.
Die drei Gründe aus ihrem Vortrag kennen wir in viel kleinerem Maßstab. Ein Jahr Viertelstundenwerte eines Standorts sind 35.040 Zahlen, darunter Schätzwerte und Lücken. Das Muster darin ist real, es zeigt sich aber erst, wenn jemand die Lücken kennt und die Werte richtig zusammenfasst.
Was als Nächstes kommt
Am 1. Oktober treten die ElWG-Bestimmungen zur Bürgerenergie in Kraft, und die bestehenden Energiegemeinschaften wechseln in den neuen Rechtsrahmen. Vier Tage später sollen die ersten P2P-Marktprozesse starten.[2] Was das ElWG für Energiegemeinschaften ändert, haben wir im Frühjahr zusammengefasst.
Danke an alle, die bei uns stehen geblieben sind und erzählt haben, wo der Datenzugang in ihrer Praxis hakt. Wer den Faden aufnehmen möchte, schreibt uns über das Kontaktformular.
[1] ElWOG 2010 §§ 16a-16e in der Fassung BGBl. I Nr. 150/2021 (EAG-Paket): Fassungsbeginn der §§ 16b (Bürgerenergiegemeinschaft) und 16e laut RIS 28. Juli 2021; § 16a (gemeinschaftliche Erzeugungsanlage) bereits 27. Juli 2017.
[2] ElWG, BGBl. I Nr. 91/2025, § 188 Abs. 3: Inkrafttreten der §§ 66-72 (Bürgerenergie) am 1. Oktober 2026. EBUtilities, Konsultation 99 (Bürgerenergiemodelle Phase 1): Produktivsetzung der zugehörigen EDA-Marktprozesse am 5. Oktober 2026.